Ein unscheinbarer Haufen aus Laub kann zum echten Paradies für viele Tiere werden. Mit wenig Aufwand gestaltest du damit einen wertvollen Rückzugsort im Garten – gerade im Herbst und Winter. Aber worauf solltest du achten, damit dein Laubhaufen wirklich zum sicheren Lebensraum wird?
Warum Laubhaufen so wichtig sind
Abgefallenes Laub wird oft als Gartenabfall betrachtet. Dabei steckt darin enormes Potenzial für Artenvielfalt und natürlichen Schutz.
- Igel überwintern gerne in kuscheligen, dichten Laubhaufen
- Insekten wie Marienkäfer, Ohrwürmer oder Laufkäfer finden dort Unterschlupf
- Kleinsäuger wie Mäuse oder Spitzmäuse nutzen ihn zum Verstecken
- Vögel durchstöbern das Laub nach Nahrung
Mit einem Laubhaufen schenkst du diesen Tieren ein sicheres Zuhause. Und nebenbei unterstützt du auch das ökologische Gleichgewicht in deinem Garten.
Den idealen Platz finden
Die richtige Lage entscheidet darüber, ob dein Laubhaufen wirklich angenommen wird. Ein paar Dinge solltest du dabei beachten:
- Ruhiger Ort: Möglichst wenig frequentiert, zum Beispiel unter einer Hecke oder in einer abgelegenen Ecke
- Halbschattig: Zu viel Sonne trocknet das Laub aus, zu viel Schatten kann es zu nass machen
- Windgeschützt: Damit der Haufen nicht auseinandergetragen wird
Ein lockerer Bodenkontakt ist wichtig – also kein Untergrund aus Stein oder Beton.
So baust du einen perfekten Laubhaufen
Ein guter Laubhaufen entsteht nicht durch bloßes Zusammenrechen. Mit ein paar Tricks wird er stabiler und attraktiver für Tiere.
Schritt 1: Die Basis vorbereiten
- Rasenschnitt, kleine Äste und Zweige locker aufschichten
- So entsteht eine luftige, drainierende Basis
Schritt 2: Laub aufschichten
- Verwende hauptsächlich ungiftiges Laub, zum Beispiel von Buche, Ahorn, Linde oder Eiche
- Vermeide Nussbaum- und Kastanienlaub, da sie stark gerbsäurehaltig sind
- Mindestens 50 cm hoch aufschichten, besser mehr
Schritt 3: Stabilisieren und beschweren
- Ein paar Zweige oder Reisig obenauf helfen, das Laub gegen Wind zu sichern
- Optional: Maschendraht außenherum, um das Ganze zu festigen
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Der Herbst ist ideal, um Laubhaufen anzulegen. Dann fällt das Laub ohnehin und Tiere suchen verstärkt Schutz fürs Überwintern.
Lass den Haufen über den Winter hinweg unberührt. Falls du ihn im Frühjahr entfernen willst, warte bis mindestens Ende März – viele Tiere schlafen dort bis dahin noch.
Laub nicht gleich Laub: Darauf solltest du achten
Nicht alle Laubarten sind gleich geeignet. Hier ein kleiner Überblick:
| Geeignetes Laub | Weniger geeignet / vermeiden |
|---|---|
| Buche, Ahorn, Linde, Eiche, Haselnuss | Walnuss, Kastanie, Kirschlorbeer (giftig), Rhododendron (giftig) |
Laub von Straßenbäumen besser nicht verwenden – es kann mit Schadstoffen belastet sein.
Was du vermeiden solltest
Ein richtig angelegter Laubhaufen braucht keine regelmäßige Pflege – nur Geduld und Respekt vor der Natur. Aber diese Fehler solltest du vermeiden:
- Nicht umschichten oder umgraben – das stört schlafende Tiere
- Keine Plastiksäcke oder Netze, die Tiere verletzen oder einsperren könnten
- Laub nicht verbrennen – darin leben bereits viele kleine Wesen
Laubhaufen mit Kindern gestalten
Besonders spannend: Lass Kinder mithelfen! Sie können:
- Laub zusammentragen
- Tier-Spuren entdecken
- Ein “Schild” basteln: “Bitte nicht stören – Winterquartier für Tiere”
So lernen sie spielerisch den Wert von Natur- und Tierschutz kennen.
Fazit: Ein kleiner Haufen mit großer Wirkung
Laubhaufen sehen vielleicht nicht ordentlich aus, bieten aber Schutz, Nahrung und Wärme für unzählige Tiere. Mit ein wenig Aufmerksamkeit kannst du so viel Gutes tun – direkt vor deiner Haustür.
Probier’s aus: Lege noch heute einen Laubhaufen an und beobachte, wer dort einzieht!




