Wenn der Herbst kommt, bedeckt eine bunte Decke aus Laub fast jeden Garten. Viele greifen dann sofort zum Rechen oder Laubsauger. Ordnung muss sein, oder? Aber Moment mal – was, wenn genau dieses Laub deinem Garten gut tut? Warum du es nicht komplett entfernen solltest, erfährst du hier.
Laub schützt den Boden – ein natürlicher Wärmespeicher
Unter der Laubschicht passiert mehr, als du denkst. Die Blätter wirken wie eine Isolationsdecke gegen Frost. Besonders empfindliche Pflanzenwurzeln und Bodenlebewesen profitieren davon. Ohne Laub ist der Boden im Winter ungeschützt – er trocknet schneller aus, friert stärker durch und wird anfälliger für Frostschäden.
Mit einer Laubdecke von 5-10 cm bleibt der Boden länger feucht und warm. Und das gibt es gratis von den Bäumen im eigenen Garten.
Ein Paradies für Igel, Insekten und Regenwürmer
Hast du gewusst, dass unter Laubhaufen ganze Mini-Ökosysteme entstehen? Für Tiere ist das Laub Lebensraum und Rückzugsort. Igel nutzen es als Winterquartier. Insekten legen dort Eier ab. Regenwürmer zersetzen es und düngen dabei ganz nebenbei den Boden.
Wenn du alles Laub entfernst, nimmst du diesen Tieren Wohnraum – besonders in Zeiten, in denen natürliche Lebensräume immer knapper werden.
Kompost statt Grüntonnen – aus Laub wird Humus
Statt Laub zu entsorgen, gib ihm eine neue Aufgabe! Mit ein paar Handgriffen wird es zum perfekten Kompostgrundstoff.
- Mische Laub mit Küchenabfällen wie Obst- und Gemüseresten
- Füge grobe Bestandteile wie Zweige oder zerkleinerte Äste hinzu
- Halte den Komposthaufen leicht feucht und luftig
Nach einigen Monaten entsteht nährstoffreicher Humus. Ein natürlicher Dünger, der deinem Garten im Frühling zugutekommt.
Wann solltest du Laub doch entfernen?
Natürlich gibt es Ausnahmen. Nicht jedes Fleckchen im Garten profitiert von einer dicken Laubschicht.
- Auf dem Rasen kann zu viel Laub Schimmel und Fäulnis verursachen
- Pflasterflächen und Wege werden durch Laub rutschig – hier bitte regelmäßig fegen
- Laub von Walnuss- oder Eichenbäumen enthält Gerbstoffe, die das Bodenleben hemmen können – besser separat kompostieren
Ein guter Kompromiss: Fege das Laub behutsam in Beete, rund um Sträucher oder unter Bäume. So bleibt es nützlich, stört aber nicht dort, wo freie Flächen gebraucht werden.
Laub clever einsetzen: So geht’s praktisch
Mit etwas Planung kannst du das herabgefallene Laub gezielt nutzen:
- Mulchen von Beeten: Eine dünne Schicht schützt den Boden und hält Unkraut fern
- Laubhaufen anlegen: An einer ruhigen Ecke im Garten bietet das Tieren Schutz
- Laub in Hochbeete einarbeiten: Als untere Schicht spart es Erde und liefert viele Nährstoffe
Achte darauf, dass das Laub trocken ist und keine Krankheitsanzeichen (z.B. schwarze Flecken) zeigt – sonst droht Schädlingsbefall.
Fazit: Laub ist mehr als nur Gartenabfall
Wenn du das nächste Mal zum Rechen greifst, halte kurz inne. Das herabgefallene Laub kann dein größter Verbündeter im Garten sein – für gesunde Böden, frostsichere Pflanzen und lebendige Artenvielfalt.
Statt alles wegzuräumen, nutze das Laub bewusst. Dein Garten – und viele kleine Lebewesen – werden es dir danken.




