Wenn draußen die Temperaturen fallen, greifen viele zum Thermostat. Doch selbst wer es gut meint, kann beim Heizen einiges falsch machen. Manche Gewohnheiten kosten nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Energie. Hier erfährst du, welche häufigen Fehler beim Heizen du vermeiden solltest – und wie du es besser machst.
1. Heizung komplett ausschalten statt richtig herunterdrehen
Viele glauben, Energie zu sparen, indem sie die Heizung komplett abdrehen, wenn sie das Haus verlassen. Klingt logisch, oder? Ist aber ein Trugschluss. Ein ausgekühlter Raum braucht später umso mehr Energie, um wieder warm zu werden.
Besser ist es, die Heizung auf 16–17 Grad herunterzudrehen, wenn niemand zu Hause ist. So bleibt das Zimmer „grundtemperiert“ und es bilden sich keine Feuchtigkeit oder Schimmel.
2. Heizkörper blockieren – ein stiller Energieräuber
Steht ein Sofa direkt vor dem Heizkörper? Oder hängen schwere Vorhänge darüber? Dann kann die warme Luft nicht zirkulieren. Die Folge: Der Raum bleibt kühl und du drehst die Heizung höher – ganz unbemerkt.
Achte darauf, dass mindestens 30 cm Freiraum vor und über dem Heizkörper sind. So kann sich die Wärme gleichmäßig im Raum verteilen.
3. Falsches Lüften: Gekippte Fenster vs. Stoßlüften
Ein gekipptes Fenster über Stunden kostet mehr Energie als du denkst. Die Wärme entweicht konstant, und zugleich kühlt das Mauerwerk aus. Das Heizen wird dadurch viel ineffizienter.
Die bessere Methode: Stoßlüften. Öffne zwei bis drei Mal am Tag für 5–10 Minuten komplett die Fenster. Dabei sollte möglichst ein Durchzug entstehen. So tauscht sich die Luft schnell aus, ohne dass der Raum auskühlt.
4. Raumtemperatur zu hoch einstellen
Jedes Grad mehr kostet laut Energieexperten rund 6 % mehr Heizkosten. Viele stellen das Thermostat unbewusst auf Stufe 5 – in der Annahme, es wird dadurch schneller warm. Doch das Thermostat regelt nur die Endtemperatur, nicht die Heizgeschwindigkeit.
Die optimalen Werte:
- Wohnzimmer: ca. 20–21 °C
- Schlafzimmer: 17–18 °C
- Küche: 18–19 °C
- Bad: 22 °C (hier darf’s gern wärmer sein)
5. Heizkörper nicht entlüften
Gluckert es in der Heizung? Dann ist wahrscheinlich Luft im System. Das verhindert, dass die Heizkörper richtig warm werden – obwohl du vielleicht schon auf Stufe 4 bist.
Abhilfe schafft das regelmäßige Entlüften mit einem Entlüftungsschlüssel. Dreh dazu den Heizkörper auf höchste Stufe, warte einige Minuten, und öffne dann vorsichtig die Entlüftungsschraube – ein kleines Tuch unterlegen nicht vergessen!
6. Heizungsanlage nicht warten lassen
Eine schlecht gewartete Heizung verbraucht oft 10–15 % mehr Energie. Kalk, Dreck oder veraltete Einstellungen machen das System ineffizient – manchmal über Jahre hinweg.
Einmal jährlich sollte deshalb ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen. Das kostet je nach Region ab 80 Euro, spart aber oft ein Vielfaches an Energiekosten im Winter.
7. Türen zu warmen Räumen offenlassen
Viele lassen die Tür zum Badezimmer einfach offen – besonders wenn dort angenehm geheizt ist. Klingt harmlos, hat aber einen Haken.
Warme, feuchte Luft zieht in kühlere Räume und kann dort zu Kondenswasser und Schimmelbildung führen. Vermeide das, indem du Türen geschlossen hältst und jeden Raum gezielt beheizt.
Fazit: Kleine Änderungen, große Wirkung
Richtiges Heizen ist keine Wissenschaft – doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Wer ein paar einfache Fehler vermeidet, kann spürbar Geld und Energie sparen. Gleichzeitig tust du deinem Zuhause und der Umwelt etwas Gutes.
Also: Thermostat runter statt aus, freie Heizkörper, Stoßlüften statt Dauerkippen – und du gehst clever durch den Winter.




